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Die private Altersvorsorge einfach erklärt

Die private Altersvorsorge soll dich in erster Linie in deinem Ruhestand zusätzlich absichern und vor der Altersarmut beschützen. Wer heute noch glaubt, dass er ausreichend Rente erhalten wird, sollte lieber einmal einen genauen Blick auf seinen Rentenbescheid werfen und überlegen, ob er jetzt mit diesem Geld auskommen würde.

Die meisten werden feststellen, dass es deutlich weniger ist als man zum jetzigen Zeitpunkt für das tägliche Leben benötigt. Das Schlimme daran, diese Summe, die dort steht, wird in 30 Jahren nicht dieselbe Kaufkraft besitzen wie jetzt, den die Inflation macht das alltägliche Leben immer teurer.

Für wen ist die private Altersvorsorge überhaupt sinnvoll?

Die Frage, ob die private Altersvorsorge sinnvoll ist oder auch nicht, lässt sich mit einem Blick in den aktuellen Rentenbescheid klären. Den dabei wird jeder feststellen, dass zwischen dem aktuellen Einkommen und der möglichen Rente eine deutliche Lücke klafft. Grundsätzlich spielt es auch keine Rolle, ob du Angestellter, Selbstständiger oder Beamter bist. Das Geld, das dir im Ruhestand zusteht, wird schlichtweg nicht reichen.

Hier möchten wir dir deine genauen Fragen zur privaten Altersvorsorge beantworten und dir mögliche Anhaltspunkte liefern

Wer Angestellter ist, ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und zahlt automatisch in die gesetzliche Rentenkasse ein. Wie hoch die gesetzliche Rente ausfällt, hängt von der Höhe des Einkommens und der Dauer des gesetzlich Rentenversicherten ab. Um die Rente ohne Abschläge zu erhalten, müssen Arbeitnehmer bis 65 bzw. 67 Jahren arbeiten. Doch selbst wenn du man 45 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, erhält man nur knapp 50 Prozent des letzten Gehalts.

Wer zum Beispiel 2500 € Brutto verdient hat, wird dann rund 1250 € an Rente erhalten. Das ist eine sehr vereinfachte Rechnung, doch dieses Beispiel sollte dir ganz klar zeigen, dass die private Altersvorsorge nicht nur sinnvoll ist, sondern auch verpflichtend für dich und deiner Zeit im Ruhestand. Denn die private Altersvorsorge wird die klaffende Finanzlücke zwischen gesetzlicher Rente und dem benötigten Auskommen schließen oder verkleinern.

Ab wann solltest du mit der privaten Altersvorsorge beginnen?

Das lässt sich sehr einfach beantworten. Jetzt solltest du mit der privaten Altersvorsorge beginnen, dabei spiel es auch keine Rolle wie alt du bist. Wen du noch jung bist und früh damit anfängst für deinen Ruhestand vorzusorgen, ist es natürlich leichter als wenn du 50 Jahre alt bist. Doch nur, weil du vielleicht noch viel Zeit hast oder nur noch wenig Zeit zur Verfügung hast um deine Rentenlücke zu schließen, solltest du es nicht verschieben oder ganz aufgeben.

Um so jünger du bist, umso weniger musst du für deine private Altersvorsorge aufwenden, da dir die Zeit und der Zinseszinseffekt hilft. Je älter du wirst, umso mehr solltest du monatlich für deine private Altersvorsorge aufwenden, um die Rentenlücke zu schließen.

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Diese Möglichkeiten der Altersvorsorge gibt es

Ich möchte dir 4 Bausteine nennen, die du für deine Altersvorsorge verwenden kannst und von denen du bestimmt auch schon gehört hast. Fachleute sprechen in Deutschland meist von den 3 Säulen oder Schichten, wobei es auch noch eine vierte Säule gibt. Die ersten drei Säulen möchte ich dir kurz einmal erklären, damit du den Unterschied verstehst und dann genauer auf Säule 4 eingehen, von der die Fachleute so meist nicht reden.

Erste Säule: In der ersten Säule findest du alle Vorsorgelösungen, die für den künftigen Rentner eine Basisversorgung sicherstellen sollen. Hier findet sich dann die gesetzliche Rentenversicherung in die ein Angestellter oder auch ein Selbständiger einzahlt. Aber auch die Rürup-Rente zählt mit zu der ersten Säule. Sparer können zwischen einer klassischen Rürup-Rentenversicherung oder einer Variante mit höherem Aktien-Anteil wählen.

Zweite Säule: Zu der zweiten Säule die hauptsächlich für Angestellte infrage kommen zählt die Riester-Rente. Riester-Verträge sind zwar oft private Rentenversicherungen oder Fondssparpläne, die allerdings staatlich gefördert sind. Einerseits zahlt der Staat Zulagen, andererseits lassen sich Beiträge von der Steuer absetzen. Aber auch bei der betrieblichen Altersvorsorge (Direktversicherung) sparen Angestellte oft in klassische Rentenversicherungen an, die der Arbeitgeber ausgewählt hat. Arbeitnehmer profitieren in diesem Fall aber davon, dass sie auf ihre Beiträge keine Steuern und Sozialabgaben bezahlen müssen. Zusätzlich fördert der Staat bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung, im Jahr 2019 waren es 268 Euro monatlich. Am meisten lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge (Direktversicherung) wenn der Chef noch oben was darauf legt.

Dritte Säule: In die dritte Säule fallen alle privaten Vorsorgeaufwendungen die nicht weiter gefördert werden. Hierzu zählt die klassische oder fondsgebundene private Lebensversicherung oder Rentenversicherung. Diese Vorsorgeaufwendungen werden von deinem Nettogehalt gezahlt, somit fallen keine Einkommensteuern auf diese Versicherungen an. Dafür zahlst du als Sparer keine Steuern auf Dividenden- oder Zinserträge. Zusätzlich wird in deiner späteren Rentenzeit nur geringfügig besteuert, die hängt dann von deinem Alter in der Rentenzeit ab und wird mit deinem Ertragsanteil verrechnet.

Die vierte Säule kann dir mehr Rendite bringen

Vierte Säule: Die vierte Säule ist in meinen Augen die entscheidendste, den bei der vierten Säule wirst du selbst aktiv und verwaltest dein Geld für deine Altersvorsorge selbst. Dadurch das du selber aktiv deine private Altersvorsorge in die Hand nimmst, kannst du dadurch auch eine wesentlich höhere Rendite auf dein angelegtes Geld erhalten als bei so manch einer Alters-Versicherung.

Der einfachste Weg, mit dem du dich nicht so Zeitintensiv beschäftigen musst, sind börsengehandelte Aktien-Indexfonds mittels eines ETF-Sparplans. Dabei fließen monatlich geringe Raten von 50 Euro oder 100 Euro in einen kostengünstigen ETF-Sparplan. Alternativ können Sparer auch einmalig einen größeren Betrag in einen Aktienfonds oder ETF anlegen.

Wichtig ist, dass du langfristig dabeibleibst und einen langen Zeithorizont von wenigstens 7 Jahren vor Augen hast. Zusätzlich solltest du dir einen Fonds aussuchen, der viele Aktien aus unterschiedlichen Ländern, Branchen und Währungen enthält wie zum Beispiel der MSCI World. Dann gleichen sich Schwankungen an den Börsen eher aus, und die Chance auf eine gute positive Jahresrendite nimmt zu.

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Mit dem Beispiel eines ETF-Sparplans kannst du selbst entscheiden wie hoch deine Sparrate sein soll und kannst sie jederzeit auch flexibel anpassen, falls du merkst, du hinkst mit deiner Altersvorsorge hinterher. Wen du dein Geld flexibel anlegst, kommst du zwar nicht in den Genuss von steuerlichen Vorteilen, kannst aber dafür wesentlich höhere Renditen erreichen. Beiträge in ETFs beispielsweise bezahlst du als Sparer aus dem bereits besteuerten Nettoeinkommen. Zins- oder Dividendeneinnahmen und spätere Verkaufserlöse musst du dann dennoch mit dem Abgeltungssteuersatz besteuern.

Wie viel private Altersvorsorge ist sinnvoll?

Wie viel private Altersvorsorge du ansparen musst, kann man nicht pauschal sagen. Es hängt vor allem von deinem Lebensstil im Alter ab und ob du ein Eigenheim besitzt oder zur Miete wohnst. Darüber hinaus hängt es auch davon ab wie viel und wie lang du in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst.

Empfehlenswert ist, dass du dir einen Moment Zeit dafür nimmst und herausfindest wie viel Geld du im Alter benötigen wirst. Viele denken dabei, dass sie wesentlich weniger Geld benötigen werden, doch oft kommen teure Hobbys dazu oder man möchte öfters verreisen, all das sollte mit eingeplant werden, um deine Fixkosten fürs Alter zu bestimmen.

Anschließend vergleichst du all deine Rentenansprüche mit deinen monatlichen Ausgaben und ermittelst die Differenz. Wen du nun weist wie hoch der Betrag ist, um deinen gewünschten Lebensstandard beizubehalten, solltest du nun ermitteln wie viel Vermögen du für deine Altersvorsorge ansparen musst.

Dies kannst du sehr gut mit der 4 Prozent Regel ermitteln.

Frühzeitig mit der Altersvorsorge beginnen, um die Rentenlücke zu schließen

Du solltest so früh wie möglich mit deiner privaten Altersvorsorge beginnen, den dann hast du den Vorteil des Zinseszinseffekts auf deiner Seite und dein Geld kann durch den Faktor Zeit zu einem Vermögen anwachsen. Aber auch wenn du schon älter bist ist nicht alles verloren, du musst lediglich eine höhere Sparrate aufbringen, um deine Rentenlücke zu schließen.

Deine Rentenlücke wird sich nur durch eine rechtzeitige private, kapitalgedeckte Altersvorsorge verringern oder schließen lassen. Leider hat es die Politik versäumt, die private Altersvorsorge in Deutschland entsprechend zu fördern. Riester- oder Rürup-Rente sind nicht der große Wurf, zumal die hohen Gebühren dieser Versicherungsprodukte attraktive Renditen für die Sparer verhindern.

Starte deine Altersvorsorge mit einem ETF und das noch heute

Der wohl möglich beste Tag, an dem du mit der Altersvorsorge starten solltest, ist zu deinem Berufseinstieg. Der zweite beste Tag ist heute! Denn je früher du mit dem investieren beginnst, umso mehr Zeit hast und umso länger kann dein Geld für dich arbeiten für deine Altersvorsorge. So profitierst du umso mehr vom Zinseszinseffekt.

Der Ideale Einstieg gelingt dir mit einem ETF-Sparplan mit einem breit gestreuten Aktienindex wie z.B.auf dem MSCI World.

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