Energieausweis bietet Haus- und Wohnungskäufern jetzt mehr Informationen

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Ein Energieausweis ist bereits seit einigen Jahren Pflicht, wenn man ein Haus oder eine Eigentumswohnung verkaufen will. Bisher wurde dieser auf der Basis der Energieeinsparverordnung erstellt. Am 1. Mai 2021 hat sich das geändert: Nun gilt das Gebäudeenergiegesetz, mit dem Käufer einen guten Einblick in den energetischen Zustand einer Immobilie erhalten sollen. Kurz gesagt sollen Kaufinteressenten als Informationen darüber erhalten, wie hoch die Kosten für die Heizung später voraussichtlich sein werden.

Sowohl beim Verkauf als auch beim Vermieten einer Immobilie muss der Eigentümer einen Energieausweis vorlegen. Ausnahmen gibt es nur in besonderen Fällen, etwa bei Baudenkmälern oder bei Gebäuden mit einer Nutzfläche von maximal 50 Quadratmetern. Wer sich für einen Kauf interessiert, muss den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung bekommen. Sollte es dann zum Abschluss eines Kaufvertrags kommen, wird der Energieausweis dem neuen Eigentümer als Kopie oder im Original übergeben.

Effizienzklassen zur einfachen Übersicht

Schon beim Suchen nach interessanten Objekten sollten angehende Käufer sowohl auf den Energiekennwert als auch auf die Effizienzklasse achten. Die Einteilung der Klassen reicht von A+ bis H, bei Altbauten sollte man davon ausgehen, dass diese im Durchschnitt in der Klasse E liegen. Das entspricht einer Immobilie mit einem durchschnittlichen Verbrauch an Energie.

Darüber hinaus sind in einem Energieausweis oft auch Empfehlungen zu möglichen Modernisierungen zu finden. Will man eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen, sollte man darauf genau achten und fragen, ob diese schon umgesetzt oder zumindest geplant sind.

Ist das nicht der Fall, lohnt es sich natürlich, wenn man sich eine grobe Vorstellung über die Kosten für solche Maßnahmen verschafft. Diese lassen sich schließlich meist besonders einfach umsetzen, bevor man einzieht. Eventuell kann die Modernisierung sogar mit anderen Arbeiten verbunden werden, sodass der Gesamtpreis am Ende gar nicht so hoch wie ursprünglich geplant ausfällt. Das gilt natürlich auch für den Fall, dass die Immobilie lediglich als Kapitalanlage dienen soll.

Verschiedene Varianten beim Energieausweis

Obwohl angehende Käufer und Mieter von möglichst viel Transparenz profitieren sollen, gibt es beim Energieausweis zwei unterschiedliche Varianten: den Bedarfs- und den Verbrauchsausweis. Oft sind beide Alternativen möglich, deshalb sollten Kaufinteressenten die Unterschiede kennen:

  • Bei einem Bedarfsausweis werden Kennwerte für den Energiebedarf auf der Basis von Baujahr, verschiedenen Unterlagen zum Gebäude sowie standardisierten Rahmenbedingungen ermittelt. Diese Werte sind zwar unabhängig vom individuellen Verhalten der Bewohner, unterscheiden sich jedoch bei der Genauigkeit. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Immobilien ist daher schwierig.
  • Bei einem Verbrauchsausweis sind in erster Linie die Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre wichtig. Aus den entsprechenden Abrechnungen lassen sich dann die Kennwerte für den Verbrauch an Energie ermitteln. Hier hängen die Kennwerte zwar stark vom individuellen Heiz- und Lüftungsverhalten ab, dafür lassen sich die nötigen Daten einfach erheben.

Als Faustregel gilt, dass der Endenergiekennwert bei einem Verbrauchsausweis etwa 25 Prozent niedriger als beim Bedarfsausweis liegt – und zwar für die gleiche Immobilie. Wer mehrere Angebote miteinander vergleicht, sollte diesen Unterschied kennen und eine Immobilie mit einem Verbrauchsausweis im Zweifelsfall eine Klasse nach unten stufen.

Bei der Suche auf großen Portalen ist das sehr relevant. Dort gibt es nämlich ganz verschiedene Filterfunktionen. So kann man die Suche nicht nur nach einer bestimmten Region eingrenzen, sondern auch nach Zimmer- oder Quadratmeterzahl sowie nach dem Kaufpreis. Zudem bieten alle großen Portale mittlerweile eine Filterfunktion zur Wahl der gewünschten Energieeffizienzklasse.

Für Käufer, die nicht viel Geld in eine Sanierung stecken wollen, ist es durchaus sinnvoll, nach Häusern oder Wohnungen mit einem geringen Verbrauch zu suchen. Dort spart man schließlich durch relativ günstige Nebenkosten jeden Monat viel Geld.