Reich werden mit Aktien und ETF: Ist das möglich?

Mit einem Aktien-ETF (Exchange Traded Fund) auf einen breiten Index wie den MSCI World All Country Investable Markets deckst du fast 99 % des gesamten Börsenmarkts ab. So eine breite Diversifizierung verspricht weniger Risiko. Dann fällt es nicht so ins Gewicht, wenn einzelne Unternehmen insolvent werden.

Aber kann man mit Aktien und ETFs reich werden? Jein.

Kommt darauf an, was du unter „reich sein“ verstehst. Wenn du denkst, reich sein bedeutet finanziell frei sein, also ab sofort nicht mehr arbeiten zu müssen, dann wird das mit ETFs knifflig. Ein finanziell sorgenfreies Leben mit weniger Arbeit und mehr Selbstbestimmung ist jedoch möglich. Doch nur, wenn du einen hohen Anteil deines Vermögens investierst. Dabei musst du dich auch wohl fühlen können.

Risiko ist subjektiv

Meine Gespräche im Freundes- und Bekanntenkreis drehen sich immer häufiger um Finanzielles. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir uns nach einigen Berufsjahren jetzt die Frage stellen, was wir mit unserem Gesparten machen sollen. Bestimmt auch wegen des rasanten Anstiegs der Börsenkurse in den letzten Jahren.

Jedenfalls höre ich gelegentlich Berichte von extremen Kursgewinnen bei Einzelaktien oder von einem Haufen Geld, das mit Bitcoins verdient wurde. In kurzer Zeit reich werden klappt wohl nur mit solchen Einzelinvestments. Und nur, wenn du weißt, was du tust. Rendite kommt von Risiko.

Mir wäre das zu riskant. Für jede, die mit dem Deal gewinnt, gibt es einen, der damit verliert. Das nächste Mal bin das vielleicht ich.

Wenn ich in ebendieser Runde erzähle, dass ich mein Vermögen zu 90 % in 3 breit gestreute Aktien-ETFs investiere, dann ist das Staunen bei den anderen groß. Ist DAS nicht viel zu riskant?

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Reich werden mit Aktien und ETF: Ist das möglich?

Was bei einem hohen Aktien-ETF Anteil zu beachten ist

Natürlich würde ich kein Geld anlegen, auf das ich nicht langfristig verzichten könnte. Das ist auch bei den ETFs so. Und mir ist klar, dass ich bei jeder Order damit rechnen sollte, dass der Kurs nach Kauf um 50 % einbricht.

Doch alles weg? Dafür bin ich zu optimistisch, wenn ich breit gestreut in die Wirtschaft investiere. Auch in 20 Jahren werden Menschen auf unsere Welt leben, die Produkte konsumieren und Unternehmen, die sie verkaufen. Die Kurse werden sich über kurz oder lang erholen. Nebenbei ist es trotz der vielen Katastrophen in den letzten Jahrhunderten noch nie passiert, dass alle Unternehmensanteile weltweit wertlos wurden. Bei Einzelaktien ist das aber durchaus möglich.

Anders als Bankguthaben oder Versicherungen sind ETFs Sondervermögen. Indexfonds sind also geschützt, wenn dein Broker oder der ETF-Anbieter insolvent wird.

Dazu kommt, dass ich keinen hohen Schuldenberg zu tilgen habe. Die Rückzahlung meines Kredits für die Anlageimmobilie beträgt unter 10 % meines Monatseinkommens.

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Auch ist mein Humankapital, also der Betrag, den ich bis zum Rentenalter verdienen könnte, noch relativ hoch. Natürlich verfüge ich über einen ausreichend gefüllten Notgroschen, mit dem ich unvorhergesehene Kosten bezahlen kann.

Und zu guter Letzt: Teilweise habe ich schon Kursrückgänge über 50 % erlebt. Verlustängste versuche ich mit dem Gedanken zu vertreiben: „Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?“. Meistens ist die Realität dann nicht so beängstigend wie gedacht.

Natürlich will ich nicht jedem eine so hohe Aktienquote empfehlen. Das sollte jede auf Basis ihres eigenen Risikoempfindens, des Humankapitals und der Erfahrung mit Aktien festlegen. Extra-ETF bietet einen sehr guten Rechner, der deine Risikokapazität einschätzt. Ein guter erster Hinweis, was für dich richtig sein könnte.

Wie reich kann ich werden mit ETFs?

Mit einer breiten Diversifikation über alle Länder und Unternehmensgrößen und einer langen Laufzeit von mindestens 15 Jahren senkst du dein Risiko. Expertinnen gehen davon aus, dass bei breit diversifizierten ETFs eine durchschnittliche reale Rendite von 5 % pro Jahr denkbar ist. Das bedeutet nach der 72-er Regel erstmal nur, dass sich das Kapital ungefähr alle 14 Jahre verdoppelt.

Die 72er Regel:

Die 72er-Regel besagt, dass du 72 durch die erwartete, reale Rendite deines Investments dividieren musst um herauszufinden, wie lange es dauert, bis sich dein Kapital verdoppelt.

72 / 5 = 14,4 Jahre

Eine durchschnittliche Rendite von 5 % pro Jahr ist zwar erstaunlich. Vor allem, wenn du den Zinseszinseffekt beachtest. Aber sie liegt unter den Erwartungen vieler Investoren, die an der Börse schnell reich werden wollen.

Welches finanzielle Ziel kann man mit ETFs erreichen?

Es klappt also nicht, mit ETFs schnell steinreich zu werden. Das ist bestimmt für viele ernüchternd. Welches finanzielle Ziel kannst du sonst erreichen?

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Reich werden mit Aktien und ETF: Ist das möglich?

Für mich war es lange Zeit eine vernünftige Altersvorsorge. ETFs sind die beste Wahl, meine Rentenlücke zu schließen. Denn über so lange Zeit ist der Kaufkraftverlust stark. Ich brauche eine renditestarke Anlage, die diesen ausgleicht. Mittlerweile kann ich hinter meine Altersvorsorge einen Haken machen.

Jetzt ist mein Ziel, schrittweise die Arbeitszeit zu reduzieren und mehr Zeit mit meiner Familie und meiner nebenberuflichen Tätigkeit zu verbringen.

Obwohl ich nicht reich bin, hat meine Geldanlage in ETFs schon heute etwas bewirkt. Ich bin finanziell unabhängig von meinem Partner und muss mich nicht an einen Arbeitgeber klammern, komme was wolle. Trotz Familie und Kindern. Das erlaubt mir, auch mal gegen den Strom zu schwimmen und meine eigene Meinung zu vertreten. Manche nennen das Fuck You Money. Für mich ist das Freiheit.

Wie hast du dein Geld angelegt? Welches Ziel verfolgst du damit? Auf deinen Kommentar freue ich mich.

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